Pinkige Feuerwehrstiefel für die Feuerwehrfrau

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Pinkige Feuerwehrstiefel für die Feuerwehrfrau: Zum ersten Mal im Einsatz

Wenn meine Feuerwehrkameraden sich etwas in den Kopf setzen, dann organisieren sie sogar innert Kürze pinkige Feuerwehrstiefel, damit ich auf ihren Deal eingehe. Und das ist nur eine von vielen Aktionen, die sie in den letzten Jahren bereits angezettelt haben, um mich für Sachen zu überreden, die ich eigentlich gar nicht will. Aber lest sie doch selbst, diese «Dramödie» in drei Akten.

Es ist ja eigentlich schon fast Tradition, dass mich meine Kollegen zu irgendwelchen Kursen und Ausbildungen überreden, die ich eigentlich gar nicht machen will. Ich habe bisher noch kaum eine/n wirklich freiwillig gemacht. Ich hätte mir vieles gar nicht erst zugetraut. Es bedurfte immer monate- bis jahrelanger «Bearbeitung» durch Kameraden und den Kommandanten, bevor ich mich zu etwas überreden liess. Aber ich bin ja jetzt mal ehrlich, ich habe noch nichts davon bereut. Und zumindest bisher auch alles ohne Probleme geschafft.

Ich und Atemschutz? Niemals!

Dennoch hätte ich mich nie freiwillig für sowas gemeldet. Ich meine ja nur: «Ich und Lastwagen fahren… gerade aus vielleicht ja… aber seitwärts einparken mit so einem riesigen Teil?!» Oder ich als Einsatzleiterin?! «Als Bürogummi habe ich ja keine Ahnung was da alles in die Luft gehen könnte, wenn ich vor einer brennenden Schreinerei stehe.» Oder ich mit meinen zierlichen 1m60 im Atemschutzgerät… mit Rauchvorhang in der einen und Schlauchkiste in der anderen Hand… und dann noch einen bewusstlosen Hundertkilöner  aus dem Feuer retten? «VERGESST ES! SOFORT!!! AM BESTEN FÜR IMMER!!!!!»

Sie wissen halt, wie man’s macht

Und doch habe ich am Ende alles gemacht. Oder besser gesagt FAST alles. Das Letzte steht mir noch bevor. Nachdem mich meine Kollegen Ende letzten Jahres bei der Schlussübung mal wieder so richtig in die Mangel genommen haben: Ich solle jetzt endlich den Atemschutzkurs machen. Ich würde das locker prästieren. Die schweren Sachen würden sie dann jeweils schon tragen. Ich könne dann funken. Und einen bewusstlosen Huntertkilöner trage sowieso keiner alleine raus. Und ausserdem (Achtung, jetzt kommt es, das durchschlagende Argument!) sei es als Einsatzleiter einfach gut zu wissen was der Atemschutz an der Front mache und wie er funktioniere.

Der Deal mit den pinkigen Feuerwehrstiefeln

Ja ich weiss, sie haben ja Recht. Zu meiner Zeit (klingt als wärs 20 Jahre her, ist aber nur 5) musste man den Atemschutzkurs noch nicht absolviert haben um den Einsatzleiterkurs zu machen. Aber nachdem ich nun meine Feuertaufe als Einsatzleiterin hatte gebe ich ja (ungern) zu, dass es durchaus sinnvoll ist, wenn man als Einsatzleiter Atemschutzkenntnisse hat.
Aber sooo einfach kann ich ja nicht nachgeben. Schon aus Prinzip. 😊 Darum sagte ich dann – oh wie werde ich das noch bitter bereuen – dass ich den Atemschutzkurs nur mit pinkigen Feuerwehrstiefeln absolviere.

Et voilà: Pinkige Feuerwehrstiefel für die Feuerwehrfrau

Und dann, nur paar Wochen später beim alljährlichen Adventsfenster, überreichten mir der Kommandant und der Vize-Kommandant vor der versammelten Gästeschar ein paar pinkige Stiefel. Mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sie sich freuen, dass ich nun den Atemschutzkurs absolvieren werde. Natürlich mit meinen neuen pinkigen Feuerwehrstiefeln. Und wie ihr euch ja denken könnt, war das Gelächter und die Freude überaus gross. Naja, ich gebs zu, auch bei mir. Ich bin ja sonst nicht so auf pink, aber pinkige Feuerwehrstiefel sind ja dann doch ziemlich heiss 😀
Und so startet denn nach der TLF-Prüfung und dem Einsatzleiterkurs der dritte Akt in dieser Dramödie: Ich besuche diesen Herbst den Atemschutzkurs. In pinkigen Feuerwehrstiefeln, versteht sich.

Pinkige Feuerwehrstiefel als Geschenk von meinen Feuerwehrkameraden

Die Tricks der Feuerwehrkameraden

Jetzt aber noch ein Wort zu dieser doch eher schon fast verzwickten Situation mit meinen Kameraden. Es ist ja schon zum Haare raufen, wie die es immer wieder schaffen mich für Zeugs zu überreden, das ich eigentlich gar nicht wollte. Entweder stellen sie mich vor die Wahl («Entweder machst du TLF-Fahrer oder Einsatzleiter»), lügen mich einfach brandschwarz an («Nein nein, du musst mit dem TLF weder seitwärts einparkieren noch rückwärts über die Kreuzung fahren»), sie bearbeiten mich mit überzeugenden Argumenten («So ein Einsatzleiterkurs ist wirklich gut. Weil es kann dich auch als Gruppenführer mal treffen, dass du der erste auf Platz bist und am Anfang den Einsatz übernehmen musst. Da bist du dann froh um jeden zusätzlichen Kurs den du absolviert hast») oder sie überraschen mich dann vor der versammelten Gästeschar mit pinkigen Feuerwehrstiefeln und erwähnen vor allen, dass ich im Gegenzug dafür den Atemschutzkurs absolvieren würde.

Aber ich kann es ihnen nicht verübeln, denn sie tun es immer mit einer riesigen Portion Charme und einer solch kindlichen Freude, dass ich am Schluss immer lachend nachgebe. Sie haben es einfach faustdick hinter den Ohren, diese Jungs! Und sie werden sowieso niemals ruhen, bis sie nicht haben was sie wollen.

In Zukunft werde ich mich aber hüten, irgendwelche Bedingungen zu stellen… seien sie auch noch so dämlich. Ansonsten erhalte ich Ende Jahr womöglich eine pinkige Uniform mit dazu passendem TLF und ehe ich mich versehe, bin ich im nächsten Jahr die neue Kommandantin 😀

 

P.S. Freut euch auf die Details im dritten Akt dieser Dramödie: Im Atemschutzkurs gibt’s dann wohl wieder reichlich Stoff für ein paar Instagram-Bilder und einen Blog-Beitrag

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3 Comments on “Pinkige Feuerwehrstiefel für die Feuerwehrfrau”

  1. Toll geschrieben!! Schön, dass du solch charmante Kameraden hast, sie trauen dir doch offensichtlich sehr viel zu!! Hut ab, viel Spaß beim Lehrgang 🙂 kameradschaftliche Grüße aus Österreich

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