Schimpf und Schande für die Feuerwehr

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In der Schweiz sorgten im Jahr 2015 exakt 88‘386 Angehörige der Feuerwehr für die Sicherheit der Bevölkerung. Davon sind nur 1144 Personen oder 1.3% Angehörige der Berufsfeuerwehr. Die restlichen 98.7% leisten ihren Dienst freiwillig in ihrer Freizeit.

Sie verlassen für einen Alarm eilig ihren Arbeitsplatz, das Geburtstagsfest ihrer Kinder, das Grümpelturnier (da fehlt dann auch mal ein Goalie) oder mitten in der Nacht das wohlige Bett. Sie gehen am nächsten Morgen trotz wenig Schlaf zur Arbeit und sind erst noch guter Laune, weil sie mit ihrem Einsatz jemandem helfen konnten.

Für die Feuerwehr wird es allerdings immer schwieriger Personen zu finden, die mitmachen wollen. Umso wichtiger ist es, denjenigen die gewissenhaft und mit Freude dabei sind Respekt entgegenzubringen. Sie wollen keine übertriebene Aufmerksamkeit oder Lobhudelei. Sie wollen ihre Arbeit ausüben und Personen in Not helfen, ohne sich dabei beschimpfen zu lassen. Aber das scheint in letzter Zeit zunehmend schwieriger zu werden.

Statt Respekt gibt’s Schimpf und Schande

Heute las ich einen Artikel über eine Feuerwehr, die bei einem Unwetter-Einsatz mehrfach massiv von Autofahrern beschimpft wurde. Die Reaktionen seien teils stark unter der Gürtellinie ausgefallen und die Feuerwehrleute seien primitiv und unflätig beschimpft worden. Auch seien Sperren umgangen und Abschrankungen einfach abgeräumt worden. Der Kommandant richtete sich danach mit einem Infoblatt an die Öffentlichkeit. Mehrere Feuerwehrangehörige hätten aufgrund der Ereignisse gar ihren freiwilligen Dienst in der Feuerwehr hinterfragt.

Dabei scheinen Beleidigungen und Beschimpfungen nicht ein lokales, sondern ein nationales Problem zu sein. Die Hemmschwelle sei definitiv gesunken und es sei sogar schon zu Tätlichkeiten gekommen, berichten zwei Feuerwehrinspektoren. Bei Ausbildungskursen gehe man bereits auf solche Ausfälligkeiten ein und für die nächste Feuerwehrkonferenz sei das Thema ebenfalls traktandiert. Da fragt man sich doch glatt, ob die Feuerwehr die Zeit nicht besser nutzen könnte.

Feuerwehr abschaffen?

Oder anders rum gefragt, könnte man die Feuerwehr nicht einfach abschaffen? Die ewigen Nörgler könnten dann getrost über die überschwemmte Landstrasse fahren und sich von den Wassermassen mitreissen lassen. Da es keine Feuerwehrleute mehr gäbe die sie suchen oder bergen würden, müssten die darauf folgenden Autofahrer auch keine Umleitung in Kauf nehmen… klingt doch ganz praktisch, oder?! Und Häuser zu löschen wird sowieso total überschätzt. Im Nu steht an gleicher Stelle ein neues Haus, das vielleicht erst noch den angenehmeren Nachbarn beherbergt. Win win sozusagen, jedenfalls für den Nörgler.

Von Einzelfällen nicht auf die gesamte Bevölkerung schliessen

Ironie beiseite. Auch wenn das Klima rauer wurde, darf man von Einzelfällen nicht auf die gesamte Bevölkerung schliessen. Feuerwehrleute geniessen immer noch das höchste Vertrauen aller Berufsgattungen und werden von den allermeisten Teilen der Bevölkerung geschätzt und geachtet. Die Ausfälligkeiten sind nicht zu verharmlosen und man sollte sich definitiv damit befassen. Trotzdem denke ich, dass Feuerwehrangehörige wegen einigen (wenigen) fragwürdigen Mitmenschen nicht ihren Dienst hinterfragen sollten. Damit ist niemandem geholfen. Ausser natürlich den Nörglern. Sie wollen ihren Wohnzimmerbrand sowieso lieber mit dem Wassereimer löschen. So werden sie von Sirenenlärm und „Eindringlingen“ verschont, die die Schuhe am Eingang nicht ausziehen um den Brand im Wohnzimmer zu löschen.

 

Quellen:
Die Zahlen zu den Feuerwehrangehörigen der Schweiz stammen aus der Feuerwehrstatistik FKS 2015.
Der Artikel über die Vorfällge wurde auf 20 Minuten publiziert.

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2 Comments on “Schimpf und Schande für die Feuerwehr”

  1. Mhm… leider kenne ich das ganze mit den Beleidigungen bereits ziemlich kurz… ich bin zwar erst mal 16 jahre alt aber bereits 6 jahre in der jugendfeuerwehr und seid einem Monat bei den aktiven aber bekomme trotzdem sachen wie ‚was willst du denn bei dem Säuferverein? Die machen doch eh nix!‘ oder ‚können die den scheiß krach nachts mal lassen? Um die uhrzeit will ich schlafen und net von blaulicht und tatütata geweckt werden!‘ Zu hören… oder besonders oft beschweren sich leute bei mir das sie von Einsatzkräften weg geschickt werden obwohl sie dich gaffen oder fotos machen wollten….

    So das war mal ein kleiner einblick in mein Leben wenn Leute wissen das ich bei der Feuerwehr bin…

    Liebe Grüße Lena 🙂

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